
Wenn mich Menschen fragen, welche Blutwerte sie unbedingt bestimmen lassen sollten, erwarten viele eine lange Liste mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
Meine Antwort überrascht oft: Ich würde zuerst zwei Werte kennen wollen – den Omega-3-Index und den Vitamin-D-Spiegel.
Warum? Weil beide Nährstoffe an unzähligen Prozessen im Körper beteiligt sind und aus meiner Sicht die Basis für eine gute Gesundheit bilden. Erst wenn diese Grundlagen optimiert sind, macht es Sinn, sich intensiver mit weiteren Mikronährstoffen zu beschäftigen.
Der Omega-3-Index misst den Anteil der beiden langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in den roten Blutkörperchen. Im Gegensatz zu einer einfachen Blutmessung spiegelt er die langfristige Versorgung der letzten Wochen und Monate wider.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit einem Omega-3-Index von über 8 % im Vergleich zu Personen mit niedrigen Werten ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weitere gesundheitliche Probleme aufweisen. Deshalb gilt ein Bereich von 8–12 % in vielen Fachkreisen als erstrebenswert. Die niedrigsten Risiken wurden dagegen häufig bei Menschen mit Werten über 8 % beobachtet, während Werte unter 4 % mit ungünstigeren Gesundheitsparametern assoziiert waren.
Für mich gehört der Omega-3-Index deshalb zu den aussagekräftigsten Laborwerten überhaupt.
In der modernen Ernährung nehmen wir häufig große Mengen an Omega-6-Fettsäuren auf – beispielsweise über Sonnenblumenöl, Maiskeimöl oder viele stark verarbeitete Lebensmittel.
Omega-6-Fettsäuren sind grundsätzlich lebensnotwendig. Problematisch wird es jedoch, wenn sie Omega-3 dauerhaft deutlich überwiegen.
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 unterstützt die Bildung entzündungsregulierender Botenstoffe und trägt dazu bei, dass der Körper beide Fettsäuregruppen optimal nutzen kann. Deshalb betrachte ich nicht nur den Omega-3-Index, sondern immer auch das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis als wichtigen Bestandteil einer umfassenden Beurteilung.
Nicht jedes Omega-3-Produkt ist gleich.
Aus meiner Erfahrung reicht es häufig nicht aus, einfach irgendeine Fischölkapsel aus dem Drogeriemarkt einzunehmen. Entscheidend sind unter anderem:
Ich orientiere mich deshalb lieber an messbaren Ergebnissen als an der eingenommenen Menge.
Meine persönliche Empfehlung ist ein hochwertiges Vollspektrum-Fischöl, das möglichst naturbelassen ist und die verschiedenen Fettsäuren in ihrer natürlichen Zusammensetzung enthält. In meiner praktischen Arbeit sehe ich damit häufig sehr gute Ergebnisse hinsichtlich der erreichten Omega-3-Werte.
Neben Omega-3 steht für mich Vitamin D an zweiter Stelle.
Vitamin D beeinflusst unter anderem:
Gerade in unseren Breitengraden erreichen viele Menschen insbesondere in den Wintermonaten keine optimale Versorgung über die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht.
Deshalb halte ich es für sinnvoll, den Vitamin-D-Spiegel bestimmen zu lassen und eine mögliche Ergänzung individuell an den gemessenen Wert anzupassen.
Auch diese Mikronährstoffe können eine wichtige Rolle spielen – insbesondere bei bestimmten Beschwerden oder Risikogruppen.
Ich persönlich gehe jedoch Schritt für Schritt vor:
Dieser strukturierte Ansatz verhindert unnötige Supplementierung und setzt den Fokus zunächst auf die Grundlagen.
Wer seine Gesundheit langfristig unterstützen möchte, sollte nicht nur auf eine ausgewogene Ernährung achten, sondern auch wissen, wie die eigene Versorgung tatsächlich aussieht.
Für mich sind der Omega-3-Index und der Vitamin-D-Spiegel die beiden wichtigsten Werte, mit denen ich starte. Sie liefern wertvolle Informationen über die Basisversorgung des Körpers und bieten eine gute Grundlage, um weitere Schritte gezielt und individuell zu planen.
Denn am Ende zählt nicht, wie viele Nahrungsergänzungsmittel man einnimmt – sondern ob die Nährstoffe dort ankommen, wo sie gebraucht werden: in unseren Zellen.